Die Sage vom Untergang Rungholts
Vor einigen hundert Jahren lag an der Nordsee die Stadt Rungholt, die für ihren Wohlstand berühmt war und wohl auch beneidet wurde.
Den Bürgern der Stadt fehlte es an nichts - man ging gut gekleidet, hatte das Notwendige und mehr als genug darüber hinaus. Die Wege waren gepflastert und die Wirtshäuser gut besucht, was man von der Kirche nicht behaupten konnte. Obwohl das Gotteshaus schmuck und gepflegt seinen Turm gegen den Himmel reckte, blieb es am heiligen Sonntag bis auf einige wenige Menschen leer.

Da es den Menschen in Rungholt an nichts mangelte, glaubten sie keine Veranlassung zum Gebet zu haben? sei es nun Bitte oder Dank. In ihrer Hoffart dachten die Einwohner, ohne die Gnade und Hilfe Gottes auskommen zu können, nicht einmal für rechte Deiche war gesorgt. Es war, als glaubten die Rungholter, dass selbst die Nordsee den Reichtum Rungholts zu respektieren habe, und der Sturm von der See her an der Stadtgrenze umkehren würde.

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